• /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •                  

Kleines Hofcafé

Neue Heimat mitten im Dorf

Im letzen Jahr stand es schlecht um die Zukunft des Kleinen Hofcafés. Nach fast 10 Jahren mussten die Betreiber die Räumlichkeiten am Hartsprung aufgeben. Nun, pünktlich zum Frühjahrsbeginn, feiert Lokstedt die Wiedereröffnung in zentraler Lage.

Mit der - vergeblichen - Suche nach geeigneten Locations kennt sich Kirstin Bothmer aus. Ihr Ehemann ist Vorstand der Kinderstube Lokstedt, die im Sommer 2016 ihre Räumlichkeiten in der Niendorfer Straße aufgeben musste. Bislang hat die Kinderstube keine neue Heimat gefunden und sucht immer noch nach geeigneten Räumen.

Als Bothmer dann die Räumlichkeiten für ihr Kleines Hofcafé am Hartsprung gekündigt wurden, lief das auf eine Doppelsuche hinaus. Glück im Unglück, der ehemalige Vermieter, der die Räumlichkeiten zukünftig privat nutzen möchte, räumte ihr zwei Jahre Zeit für die Suche nach einer geeigneten Location ein.

Nach zwei Jahren, in denen Bothmer wirklich überall angefragt hatte, auch bei der Wäscherei Vollmer schräg gegenüber vom Hartsprung, hatte sie die Suche fast schon aufgegeben.

Der neue Standort

Als das Kleine Hofcafé sich im Dezember 2017 auf Facebook von seinen Stammgästen verabschiedete, da war schon ein wenig Hoffnung zu spüren: „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer neuen Location! Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir es Euch hier auf Facebook wissen lassen!“

Den Durchbruch brachte eine Anzeige im Internet. Dort wurde eine Wohnung angeboten, von der sie sofort dachte: „Das wäre ideal, die Größe, die Lage und dann noch in einem Hinterhof“

Obwohl der Vermieter Sebastian Steiner gleich angetan war von der Idee, war die Angelegenheit mit der Unterzeichnung eines Mietvertrags noch nicht in trockenen Tüchern.

Bothmer: „Wir sind zusammen mit unserem Vermieter zum Bauamt. Es war sehr schwierig. Wir hatten schon ab Januar 2018 gemietet, konnten aber nicht anfangen, weil die erforderlichen Genehmigungen fehlten. Zum Glück hatten wir die Architektin Bianca Schmidlin. Sie hat die Bauanfragen zur Nutzungsänderung für ein Café eingereicht und hat die Planung für die Umbauten gemacht. Da gibt es ja einige Bauvorschriften die eingehalten werden mussten. Das war gar nicht so einfach, da der Eingang zu klein war.“

Die Renovierung

Doch dann war es soweit, die Hotelfachfrau Kirstin Bothmer und ihre Freundin Silke Teuber konnten anfangen zu renovieren. Schon die Suche nach einem neuen Standort hatte Ehrgeiz und Fleiß erfordert, nun war auch Muskelkraft gefordert. Zusammen mit ihren Familien begannen sie die alten Tapeten abzureißen.

Doch ganz allein blieben die beiden Frauen nicht. Denn in den Jahren im Hartsprung wurden viele liebe Gäste bewirtet und wohl auch Freunde gefunden: So konnten es manche Gäste kaum erwarten. Sie kamen einfach vorbei und wollten schon mal schauen. Und manch einer hat auch mit Hand angelegt, um die Angelegenheit zu beschleunigen.

Ein ganz besonderes Lob geht in diesem Zusammenhang an die französische Gemeinde hier in Lokstedt. Sie hat sich wirklich um das neue Café verdient gemacht. Schon in den Jahren am Hartsprung, durch die Nähe des Cafés zur französischen Schule, hat sich unter den Franzosen eine Gemeinschaft mit dem Treffpunkt Kleines Hofcafé gebildet. Diese Gruppe von Müttern und Vätern hat alles dafür getan, dass es zu einer Neueröffnung kommt. Sie haben beispielsweise 300 Euro für die neue Kaffeemaschine gesammelt und standen zur Renovierung mit 10 Mann vor der Tür. Und auch die Kinder haben kräftig beim Tapeten abkratzen geholfen. So kam es, dass die beiden Frauen nie wirklich allein waren bei ihrer Arbeit.

Eine besonders große Stütze fanden Bothmer und Teuber in Bianca
Schmidlin. Die Architektin hat nicht nur die von den Behörden angeforderten Baupläne gezeichnet, sie hat sich auch um das Ambiente gekümmert: „Zusammen haben wir uns dann überlegt, wie wir das Flair vom Hartsprung hier in die Grelckstraße zaubern können. Wir haben uns beim Stil an den alten gehalten. Haben vieles mitgenommen und ergänzt. Wir konnten sogar das schöne Tor mitnehmen. Es dient jetzt als Garderobe.“

Die Eröffnung

Lokstedt online bekam Anfang März Wind von der Neuigkeit. Sebastian Steiner schrieb uns eine Mail: „Es gibt was Positives zu vermelden. Ich habe dem Kleinen Hofcafé bei mir hier auf dem Grundstück ein neues zu Hause gegeben. Ich finde es gut, dass ein Stück Lokstedt weiter leben kann und bald ist auch Eröffnung.“

Doch gute Neuigkeiten verbreiten sich sehr schnell, so hatten wir schon einen Tag vor Steiners Mail von Apotheker Momme Steffen von der bevorstehenden Eröffnung gegenüber der Gazellen-Apotheke erfahren.

Am Montag, den 19.03.2018, am Tag der Eröffnung gaben sich die Gäste die Tür in die Hand. Darunter lauter bekannte Gesichter. Es ist schon vom ersten Tag ein Nachbarschaftstreff geworden. Viele haben Geschenke und Blumen mitgebracht - der Blumenladen Magnolia ist schließlich gleich neben an.

Die Kinder der beiden Inhaberinnen Carlotta 10, Henry 10 und Edgar 11 begrüßten zusammen mit ihren Müttern die Gäste. Und man muss schon sagen, es ist wirklich erstaunlich, was Bothmer und Teuber in den letzten Wochen geleistet haben. Am Eröffnungstag war schon das Flair des alten Hofcafés hier in der neuen Location in der Grelckstraße 19 zu spüren.

Wir verbrachten hier gleich am ersten Tag einen netten Nachmittag bis die Lokstedt-Expertin Ursula Gehrke uns einen weiteren Höhepunkt bescherte. Sie wohnt seit 1967 in Lokstedt und kennt sich schon wegen ihrer eigenen Vorträge und Stadteilspaziergänge „unterwegs in Lokstedt“ bestens aus. Sie kam zur Eröffnung und brachte ein liebevolles Gedicht mit:

Lokstedt war in alten Zeiten
schon 'mal Ziel von vielen Leuten.
Attraktion und frohe Kunden
machten schnell Reklamerunden
Hier gab’s ländlich frische Ruh.
Ach, da war Alt-Hamburg noch soo weit!
Jetzt gehö’n wir selbst dazu -
Ach, Du gute alte Zeit…
Alles futsch!?… das denkst Du Dir!
S’ hat sich wieder nun gefunden
ein gesellig schön Quartier
für Gebäck, Kaffee und Bier.

Gute Sterne, frohe Runden,
viel vergnügte, traute Kunden
und daß sich der Pfennig mehre!
Uns zur Lust und Euch zur Ehre!

Ursula Gehrke, zur Eröffnung des Hofcafés am 19. März 2018

Konzept

Darauf angesprochen, ob das Café eine Konkurrenz zu Horn darstellt, entgegnet Bothmer: „Nein, eine Konkurrenz sind wir nicht und Brötchen kann man bei uns auch keine kaufen. Wer klassische Torten wie eine Lübecker Nusstorte möchte, kann sich die von Horn auch gerne zu uns ins Café mitbringen.“

Wir möchten schon eher so etwas wie ein Nachbarschaftstreff sein. Ein Get-together! Und das Zentrum stärken sowie eine Plattform für Kreative bieten.
Es werden auch wieder Veranstaltungen wie z.B. der Adventsmarkt stattfinden.

Der Kreativ-Raum

Das ganze Café ist liebevoll dekoriert mit Bildern, Schmuck und Wohnaccessoires. An den Wänden finden sich wechselnde Dekorationen u.a. aus der Designwerkstatt 2Designer. Viele schöne Dinge die auch erworben werden können. Sonderanfertigungen sind möglich, der Kontakt zu den Kreativen wird vermittelt.

Die Architektin Bianca Schmidlin, die sich auf Inneneinrichtung spezialisiert hat, zeigt uns ihre tollen Plüschkissen. „Ich liebe das Entwickeln von kreativen Wohnaccessoires und probiere schon seit jeher alles mögliche aus.“ Von ihr kommen auch die ganzen Elche und Filzsachen, die sich überall im Café finden. Diese kommen in den neuen Räumlichkeiten sehr schön zu Geltung und tragen zum Ambiente bei.

Zur Zeit ist für Ostern dekoriert mit handgefertigten Kissen in Form eines Elchkopfes, um die ein selbstkreiertes Geweih gebunden wird. Schmückt jeden Raum und kann mit jeder Jahreszeit und zu jedem Anlass neu verwandelt werden.

Nachhaltigkeit

Ein weiteres Thema im Hofcafé ist die Nachhaltigkeit. Es gibt keine to-go-Becher, man hat aber die Möglichkeit einen eigenen Becher mitzubringen oder einen zu kaufen. Dafür gibt es einen Preisnachlass von 50 Cent. Als Wasser wird „Viva con Aqua de Sankt Pauli e.V.“ angeboten, dass weltweit Wasserprojekte fördert, der Strom im Café ist öko und bald sollen auch Fair-Trade-Produkte angeboten werden. Letztlich steckt also auch eine große Portion Idealismus in dem Projekt Hofcafé.

Wie war der Besuch?

Inzwischen waren wir schon einige Male im Kleinen Hofcafé, obwohl die Eröffnung erst vier Tage her ist. Aber so können wir auch schon etwas über die Speisekarte sagen.

Am Eröffnungsnachmittag hatten die Kinder verschiedene Panini - sehr lecker. Die Erwachsenen Kaffee und Kuchen. Und beim Kaffee ist sogar ein kleiner Keks dabei.

Ich hatte die Cheesecake mit Früchten, sah toll aus und war super lecker. So etwas bekomme ich sonst nur in Paris. Auf Nachfrage bekam ich meinen Verdacht bestätigt: Es backt eine französische Konditorin aus Lokstedt für das Hofcafé.

Am nächsten Tag nach der Schule, hatte mein Sohn eine Kürbissuppe, die Silke Teuber gekocht hat. Er möchte gleich morgen wieder nach der Schule hier her. Sein Kommentar: „Da waren Kürbisstückchen drin, hat mir unglaublich gut geschmeckt, obwohl ich ja sonst keine Stückchen in der Suppe mag.“

Als ich meiner Freundin von der Neueröffnung berichtete, wollte die natürlich auch gleich dorthin. Also am nächsten Morgen einmal das Frühstück ausprobieren. Mein Mann kam nach, so hatten wir zu Dritt das Hofcafé-Frühstück mit ein paar Extras. Es war für uns mehr als ausreichend, liebevoll zubereitet und lecker. Zudem kann man es im Hofcafé sehr entspannend genießen.

Öffnungszeiten

Geöffnet hat das Kleine Hofcafé von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr. Frühstück bis 11.30 Uhr. Samstag ist geschlossen, die Location kann aber für geschlossene Veranstaltungen gebucht werden. Ebenso am Sonntag z.B. zum Frühstücken. Sonntags zur Kaffeezeit ist dann von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Fazit

Man merkt sofort, die Macher sind mit viel Liebe und Herzblut dabei. Die jetzige Location ist etwas schwerer zu finden, aber es lohnt sich. Schon jetzt kann man sagen: Das neue Hofcafé ist noch besser als das alte und man kann sagen, es hat in der Grelckstraße - mitten im Dorf - eine neue Heimat gefunden.

Die Gründe für diese sehr positive Bewertung sind vielfältig. Da wären zunächst die erweiterten Öffnungszeiten. Es ist kinderfreundlich, es gibt einen Wickeltisch. Dann ist das neue Café größer, es sind einfach wunderschöne Räumlichkeiten. Und die Möglichkeit bei gutem Wetter draußen zu sitzen gibt es auch. Auf dem Hof ist ein kleiner Bereich abgegrenzt.

Ferienapartments

Der kleine Hinterhof mit dem Café in der Grelckstraße hat aber noch mehr zu bieten. Sebastian Steiner vermietet hier nämlich auch Ferienapartments. Seine Gäste haben jetzt die Möglichkeit hier in der Woche gleich zu frühstücken.

Und wenn die Gäste des Hofcafés mal Gäste haben, die in der Nähe untergebracht werden müssen, gibt es umgekehrt eine Unterbringungsmöglichkeit gleich nebenan.

Adresse

Kleines Hofcafé
Grelckstraße 19, 22529 Hamburg
(Zwischen dem Blumenladen Magnolia und dem Pflegedienst rechts im Hof)
www.facebook.com/hofcafehh/

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 23.03.2018