Digitalisierung

Gesundheit - Das Kapital der Zukunft?

Dank der zunehmenden Digitalisierung wird sich der Gesundheitssektor in den nächsten Jahren wie kaum ein anderer verändern. Durch diesen Umstand werden einerseits Millionen neuer Arbeitsplätze geschaffen, andererseits jedoch auch spürbare positive Veränderungen für Patienten ans Tageslicht treten. Das liegt zum einen an der zunehmenden Personalisierung im Gesundheitsbereich und zum anderen auch an sogenannten disruptiven Technologien, die unsere Gesellschaft verändern. Doch welche Trends und Innovationen werden den Gesundheitssektor der nächsten Jahre prägen und wie wird unsere Gesundheitswelt in zehn oder zwanzig Jahren aussehen?

Was wird sich im Gesundheitssektor ändern?

Studien belegen, dass sich der Gesundheitssektor wie kaum ein anderer verändern wird, wobei bis zum Jahr 2030 mehr als 85 Millionen neuer Jobs im Gesundheitssektor geschaffen werden. Dabei rücken nicht nur umfangreiche medizinische Leistungen immer mehr in den Vordergrund, sondern auch die Kollaboration medizinischer Dienstleister. Durch die zunehmende Vernetzung können Ärzte, Pfleger, Labore und Apotheken - egal ob vor Ort oder online - so viel besser gemeinsam agieren, da sie auf der gleichen Datenbasis arbeiten können, wodurch eine optimale und lückenlose Betreuung des Patienten sichergestellt werden kann. Dabei wird Gesundheit zukünftig viel mehr zu einem käuflichen Konsumgut werden, wobei Brainfood und medizinische Ersatzteilorgane genauso zur Selbstverständlichkeit werden wie genetische Optimierungen und effektive Maßnahmen zur Verlangsamung des Alterungsprozesses.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung am Gesundheitssektor?

Smartwatches und Smartphones, die gesundheitliche Basisdaten erfassen und speichern können, gehören schon heute zu unserem Alltag und auch immer mehr Autohersteller bieten Fahrzeuge an, die bestimmte menschliche Biofunktionen überwachen und uns beispielsweise bei auftretender Müdigkeit alarmieren oder gar selbst in das Fahrverhalten eingreifen. Dieser Trend wird sich in der Zukunft enorm verstärken, sodass auch iTables, iMirrors, iWallpapers, i-ICE-Sitze oder iCars Teil unseres Alltags werden. Dabei wächst sowohl die Datenmenge als auch die Komplexität des medizinischen Wissens exponentiell, was wiederum dazu führt, dass auch digitale Assistenz- und Analysesysteme immer leistungsfähiger werden. Intelligente Systeme können Mediziner dabei schon heute erfolgreich bei der Diagnose unterstützen und zahlreiche Krankheiten zielsicher in einem frühen Stadium erkennen.

Was ist personalisierte Medizin?

Therapien werden derzeit oftmals für den Standardpatienten entwickelt, ohne Rücksicht auf die individuellen Lebensumstände und die Krankheitsgeschichte des Patienten. Daher sind viele Maßnahmen auch bei Weitem nicht so effektiv, wie sie gemäß Studien sein sollten. Dank personalisierter Medizin wird dieses Problem in Zukunft in den Hintergrund treten. Mithilfe von Gesundheitsportalen und verbesserten Datenerhebungsmaßnahmen können Mediziner zukünftig weit bessere Therapien anbieten, die individuell auf den Patienten zugeschnitten sind. Das hebt nicht nur die Behandlungsqualität, sondern auch die Lebensqualität des Patienten selbst. Der Mediziner ist jedoch nur ein Teil des Puzzles. Auch Labore, Apotheken und das Pflegepersonal können dank des Einsatzes von Gesundheitsportalen Zugang zu den Patientendaten bekommen, wodurch Präzisionsmedizin auf höchstem Niveau möglich werden wird.

Apotheken als persönlicher Gesundheitscoach

Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler des digitalisierten Gesundheitssektors sind Apotheken. Diese werden zukünftig nicht nur Medikamente ausgeben oder versenden, sondern viel mehr als persönlicher Gesundheitscoach in Erscheinung treten. Dank hochgradiger Vernetzung und Expertise wird es Apotheken so möglich sein, Patienten auch bei medizinischen Notfällen zu helfen oder mit Medizinern in Kontakt zu treten, um benötigte Rezepte ad hoc zu beschaffen. Pilotprojekte zeigen schon heute, dass Apotheken mithilfe von kompetentem Fachpersonal und Hotlines kleinere medizinische Notfälle sehr gut behandeln können, wodurch für den Patienten das Aufsuchen einer Ambulanz oder eines Facharztes oftmals vermieden werden kann.

Digitalisierung und Datensicherheit

Besonders Sicherheitsbedenken in der Bevölkerung halten heute viele Patienten noch davon ab, ihre Gesundheitsdaten in Gesundheitsportalen oder Cloudsystemen zu speichern. Die in den Medien besonders gehypte Blockchain könnte diese Skepsis jedoch merklich mildern, da mithilfe dieser fälschungssicheren Technologie der zuverlässige Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Patienten, Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken langfristig sichergestellt werden kann. Der schnelle Datenaustausch erhöht dabei nicht nur die Effizienz, sondern ermöglicht auch eine weitaus umfassendere Behandlung und schnelle medizinische Hilfestellung.

Fazit

Experten sind sich einig, dass die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitswesens ganz eindeutig zum Wohle des Patienten passiert. Mit der verbesserten Erhebung und der Zusammenführung einer Vielzahl von Gesundheitsdaten können zukünftig maßgeschneiderte Therapien angeboten werden und auch zielgerichtete Vorsorgemaßnahmen, die sowohl die Lebensumstände als auch genetische Faktoren berücksichtigen, werden zur Selbstverständlichkeit werden. Dank hervorragender Vernetzung und neuer Möglichkeiten in der Diagnostik werden Patienten so nur noch wenige Minuten und nicht mehr Wochen auf einen Befund oder einen Therapieplan warten müssen.

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© Lokstedt-online.de 26.06.2018