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Lokstedter Postfilialen

Ausschließlich postalische Leistungen

Nach 65 Jahren schließt die Postfiliale am Siemersplatz. Nach und nach setzt sich der Weg unseres Zentrums in die Bedeutungslosigkeit fort. Zwar ist das Filialsterben bei der Post systematisch - was den Siemersplatz betrifft eben aber auch symptomatisch für einen Platz, der zu einem reinen Verkehrsknotenpunkt verkommt.

Ohne Frage hat die Lokstedter Post eine große Vergangenheit. Um dies zu belegen, muss man nicht einmal auf die lange Historie der Reitenden Post verweisen. Diese mutigen Männer übergaben ihre Briefe, Pakete und Geldauslieferungsscheine an die Briefträger im dänischen Landgebiet, die diese wiederum in Wirtschaften und Krämereien verteilten.

Nein, als Musterbeispiel für die deutschlandweit bekannte Lokstedter Post, muss nur der Name ihres bedeutendsten und prominentesten Vertreters genannt werden: Walter Spahrbier.

Horst Grigat schreibt über den gebürtigen Lokstedter, der die Post im Gazellenkamp - folglich auch die des NDR - verteilte und dabei von Peter Frankenfeld für seine Shows „entdeckt“ wurde: „Spahrbier war der Glücksbote in diesen Unterhaltungsshows, der die Gewinne zu verteilen hatte. Er genoß eine ungewöhnliche Popularität und wurde zum ‚Briefträger der Nation‘ schlechthin, selbst über den frühen Tod von Peter Frankenfeld hinaus; denn jetzt holte ihn Wim Thoelke in seine Sendungen ‚Drei mal Neun‘ und ‚Der große Preis‘.“

So war es in den 1950er und 1960er Jahren: Immer an der Seite von Wum und Wendelin schulterten Spahrbier (der zu seinem 75. Geburtstag gar das Bundesverdienstkreuz erhielt) und seine etwa 20 Kollegen in der Postfiliale am Siemersplatz ihre Ledertaschen und machten sich daran, in den Ihnen anvertrauten Straßen die Post zu verteilen.

Leiter der 1953 eröffneten Filiale am Siemersplatz war damals ein Postmeister Namens Zeißler und sein Postamt platzte förmlich aus allen Nähten. Um den vorhandenen Raum besser zu nutzen, wurde das Amt dann später in eine Filiale mit offenen Tresenbereichen umgebaut.

Doch die Zeiten haben sich seither geändert. Mit Fortschreiten der Digitalisierung musste die Post aus Kostengründen ihr Netz von einst 14.000 Filialen dramatisch verkleinern. Bereits in den 1990er Jahren wurden Filialen sukzessive geschlossen. Die Dienste wurden dabei in Einzelhandelsgeschäfte wie Supermärkte, Bäckereien oder Tankstellen verlagert. Im Jahre 2009 waren bundesweit bereits 7.000 Filialen geschlossen. Einen großen Schub erhielt dieser Prozeß durch den Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank. Seit dieser Zeit steht auch die Filiale am Siemersplatz auf der Abschussliste.

Nun ist es soweit. Auf einem Plakat heißt es nur: Diese Postbank-Filiale steht Ihnen ab 30.08.2018, 12 Uhr leider nicht mehr zur Verfügung.

Die neue „Post“ befindet sich nunmehr am Rütersbarg 2. Hier eröffnete heute eine sogenannte Partnerfiliale. Angeboten werden, anders als zuvor am Siemersplatz, ausschließlich postalische Leistungen.

Doch gibt es auch Gemeinsamkeiten. Sowohl am Siemersplatz als auch in der Grelckstraße gibt es jede Menge autofahrerfeindliche Granitpöller - sie unterscheiden sich nur in ihrer Größe. Und natürlich gibt es auch am neuen Standort viel zu wenig Parkplätze, also kommen Sie besser ohne Auto.

Wer hingegen die Leistungen der Postbank in Anspruch nehmen möchte, der muss nunmehr weitere Wege in Kauf nehmen und etwa die Filiale Hoheluftchaussee 26 aufsuchen.

Auch der Geldautomat am Siemersplatz wird demontiert. Der nächste Geldautomat der Cash Group befindet sich nunmehr in der
Commerzbank, Vogt-Wells-Straße 12, 22529 Hamburg.

Übrigens, wer zukünftig die Räumlichkeiten der ehemaligen Post am Siemersplatz nutzen wird, steht bislang noch nicht fest.

Partnerfiliale der Deutschen Post

Rütersbarg 2, 22529 Hamburg
Montag bis Freitag: 09.00 - 13.00 und 14.00 - 18.00 Uhr
Samstag 09.00 - 13.00 Uhr

Natürlich können Sie Ihre Briefe auch in weiteren Partnerfilialen abgeben.
Sowohl im Edeka aktiv markt in der Stresemannallee als auch im E-Center in der Osterfeldstraße sind Standorte.

Weitere Standorte:

standorte.deutschepost.de

© Lokstedt-online.de 30.08.2018