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Peter Torke

Viele Auszeichnungen für einen Handballer

Grün-Weiß Eimsbüttel lud am 26. Februar anläßlich des 80. Geburtstages von Peter Torke ins GWE-Sporthaus zum Empfang. Doch der runde Geburtstag geriet eigentlich fast zur Nebensache. Beeindruckender nämlich: Torke kann auf eine 45-jährige Tätigkeit als 1. Vorsitzender des Vereins zurückblicken.

An die 90 Gratulanten folgten der Einladung, darunter Prominenz aus Verwaltung und Politik. So waren etwa alle drei Parlamente - Bezirk, Bürgerschaft und Bundestag - vertreten; sowie mit Kay Gätgens, Torsten Sevecke und Jürgen Mantell alle drei Eimsbütteler Bezirksamtsleiter der letzten 20 Jahre. Letzterer dabei zu Gast in seiner aktuellen Funktion als Präsident des Hamburger Sportbundes.

Die Festreden

Der Programmablauf wurde von Joachim Hauptvogel, langjähriger Vorstandskollege von Torke, moderiert. Kurzweilig verband er die Festreden miteinander und ließ sich auch nicht davon aus dem Konzept bringen, dass der Senator für Inneres und Sport Andy Grote infolge einer Schulterverletzung, die er sich beim Skilaufen zugezogen hatte, an diesem vormittag etwas länger zum Ankleiden benötigte - sich daher verspätete.

So eröffnete Bezirksamtsleiter Gätgens den Reigen der Festredner. Er räumte ein, in seinem Redekonzept davon ausgegangen zu sein, dass der Sportsenator vor ihm am Rednerpult agieren würde. Daher musste Gätgens improvisieren. Insofern war, insbesondere was den Unterhaltungswert der Reden anbelangte, noch Steigerung möglich. Mantell, Grote und Fischer gelang das allerdings problemlos. Ihre Reden gespickt mit Anekdoten aus dem Leben des Jubilars waren unterhaltsam.
So erfuhren die Gäste, dass Torke seit 60 Jahren Mitglied im Sportverein GWE ist und seine Karriere dort einst als Feld-Handballer begonnen hatte. Er sei als Handballer ein harter Hund, ein ruppiger Spieler gewesen. Ganz anders als er in den 45 Jahren als Vorsitzender des Vereins agiert habe.

Gelobt wurde Torkes beispielhaftes Engagement als Sportler und im Ehrenamt. Unter seinem Vorsitz habe sich GWE zudem sehr um die Integration verdient gemacht. Mantell erinnerte sich an seine Zeit als Bezirksamtsleiter. Der Sportverein GWE habe seine Rolle am Rande der Lenzsiedlung immer wahrgenommen. Viele Jugendliche seien in die Mannschaften integriert worden. GWE sei insgesamt ein ruhender Pool in dieser damals brodelnden, heute funktionierenden, Siedlung gewesen. Immer legte Torke Wert darauf, den Verein fest in der Nachbarschaft zu verankern, etwa in dem er den Menschen eines Bauwagenplatzes um die Ecke die vereinseigenen Duschen öffnete.

Mantell: „Erinnern Sie sich noch? Vor 20 Jahren die Diskussionen über die Bauwagenplätze und die Polizeieinsätze. Hier um die Ecke gibt es ihn noch. Nicht legal aber akzeptiert und wunderbar funktionierend. Das war damals meine Auseinandersetzung gemeinsam mit Peter Torke und mit der Baubehörde, die natürlich rechtsstaatlich vorgehen mußte und sagte: rechtswidrig - räumen! Doch heute ist der Bauwagenplatz immer noch da. Völlig problemlos! „Das belegt, welche sozialpolitische Wirkungen ein Sportverein, der so geführt wird wie Grün-Weiß, und an der Spitze Peter Torke, was der bewirken kann in Stadtteilen. Er kann Stadtteile sozial stabilisieren über den Sport, was ein furchtbar leichter Weg, ein schwellenloser Übergang ist, in eine Gemeinschaft die funktioniert.“

Die vielen persönlichen Bemerkungen der Festredner, die Torke zum Teil seit vielen Jahrzehnten schätzen, können hier kaum alle aufgezählt werden. Es war etwa davon die Rede, dass er seine Handballmannschaft als Betreuer, er selbst konnte nicht spielen, da er einen Tag zuvor operiert worden war, zur Hamburger Meisterschaft führte. Dass er sich sehr schnell auf den Fluren des Hamburger Sportbundes bewegen würde, um weiteren Ehrenämtern aus dem Wege zu gehen. Und, dass er gerne persönlich mitmachen würde, etwa wenn es um das Schneiden von Hecken gehe.

Urgestein des Hamburger Sports

So wurde Torke von den Festrednern immer wieder als ein „Urgestein des Hamburger Sports“ bezeichnet. Unter seinem Vorsitz hat sich der ehemals marode Verein zu einem modern aufgestellten Freizeit- und Breitensportverein entwickelt. An Projekten wurde von den Rednern die Fusion von Grün-Weiss 07 und dem ESV zum SV Grün-Weiß, die vereinseigene Sporthalle in der Lutterothstraße, die Tennisplätze auf der Wolfgang-Meyer-Anlage, die Beachvolleyball-Anlage und der Kunstrasen am Tiefenstaaken sowie das Sporthaus mit Kindergarten und Geschäftsstelle erwähnt.

Seine Verdienste um den Verein sind schier unermeßlich, aber auch die um den Hamburger Sport sind beträchtlich. Dies belegen auch seine vielen Auszeichnungen bis hin zum Bundesverdienstkreuz. Dirk Fischer, der Präsident des Hamburger Fußball Verbandes, zählte einige der Ehrungen, die Torke erhalten hatte, auf. Dabei kam er auf eine Auszeichnung, die sein eigener Verband Torke einst zuerkannt hatte: „2007 die goldene Ehrennadel des Hamburger Fußballverbandes! Und das alles für einen reinen Handballer, Donnerwetter! Es kommt nicht oft vor, dass ein im Grunde Handballer so viele Ehrungen auch vom Fußballverband erhalten hat.“ Das war der Spruch des Tages.

Senator Grote umriss dann in seiner Rede die Lebensleistung des Jubilars mit den Worten: „Peter Torke ist immer und auch heute noch ein Mann der Tat gewesen, die Umsetzung seines in den 70er Jahren geäußerten Wunsches auf Entwicklung seines Vereins zu einem 3000-Mitglieder-Club und der Schaffung eines Hauptamtes (Geschäftsführers) für seinen Verein ist heute Realität geworden“. Bei der Gelegenheit gratulierte Grote auch dem GWE-Geschäftsführer Jürgen Hitsch zu seinem 60. Geburtstag.

Moderator Hauptvogel dankte abschließend völlig zu Recht der Ehefrau Monika Torke, die mit ihren beiden Kindern anwesend war. Ohne die Unterstützung der Familie wäre ein so langjähriges ehrenamtliches Engagement wohl kaum möglich gewesen. Und damit Hobby-Gärtner Torke, dessen Sparsamkeit Legende ist, zukünftig wenigstens mit guten Gerätschaften zur Gartenarbeit antritt, bekam er als Geschenk vom Verein einen Gutschein für Gartengeräte.

Er lebe hoch!

Bevor das reichhaltige Buffet eröffnet wurde, ließen die Gäste Torke noch hochleben. Anschießend wurde er nach einem möglichen Nachfolger befragt. Da kam es gut zu Pass, dass mit dem Clubwirt Niels Böttcher der 2. Vorsitzende des Vereins direkt neben ihm stand. Für einen Routinier wie Torke ein leichtes, hier zu kontern. Er habe ja schon viele Aufgaben an seinen Vorstandskollegen Böttcher übergeben.

Auch in der Familie Böttcher wird der ehrenamtliche Einsatz hochgehalten. Böttcher hat mit Team des Clubhauses „Heimspiel“ für den Empfang einen Sportraum in einen Festsaal umgewandelt. Seine Tochter hat dafür zwei Tage Servietten gefaltet.
Tatsächlich lässt Torke seine Entscheidung jedoch noch offen, ob er eine weitere Amtszeit übernehmen möchte. Sein Kommentar dazu: „Wenn ich alle meine Ehrenämter zeitlich hintereinander zusammenzählen würde, käme ich auf 300 Jahre.“

Für Redner Fischer hingegen spielt das Alter keine Rolle: „Ich bin gegen jede Alters- und Amtszeitbegrenzung im Fussballsport und natürlich auch in anderen Bereichen. Und ich freu mich immer, wenn ich Argumente in der Sache mit so überragend guten Beispielen wie Peter Torke Worte untermauern kann. Was wäre Grün-Weiß Eimsbüttel bei einer Alters- oder Amtszeitbegrenzung. Also ich kann mir das nur ganz schrecklich vorstellen.“

Der nachfolgende inoffizielle Teil der Veranstaltung bot dann Gelegenheit zum Smalltalk und Gedankenaustausch, dabei kamen natürlich auch die Geschichten aus alten Zeiten nicht zu kurz.

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© Lokstedt-online.de 05.03.2017