Leserbrief

Liebe Lokstedter

Wir haben alle gerade erfahren, dass bald 200 Flüchtlinge in unserem Stadtteil Zuflucht erhalten sollen. In einem Dorf von 66 Containern. Wir hätten es gern früher gewusst, besonders die direkten Nachbarn und auch diejenigen, die den P+R-Parkplatz nutzen. Leider nehmen Kriegsgeschehnisse keine Rücksicht auf unsere Empfindlichkeiten und Flüchtlingsströme gehorchen keiner Verkehrsplanung, und Politik und Verwaltung müssen in solchen Situationen rasch reagieren. Wenn wir uns einmal deutlich werden lassen, welche Werte hier einander gegenüber stehen, können wir es sicherlich ganz gut vertragen.

Für die betroffenen Flüchtlinge ist es sicherlich eine gute Sache, dass sie ein Dach über den Kopf bekommen und sich sicher fühlen können. Es ist besser in einem Container untergebracht zu sein als mitten im Kriegsgeschehen oder in einem Zeltlager. Aber wie schrecklich wäre es, wenn nun die neue Umgebung – wie neulich in Berlin geschehen – die Schwächsten mit Hasstiraden und Bedrohungen begrüssen würden, wenn die Angst, vor der sie flohen, sie hier bei uns wieder einholen würde!

Liebe Lokstedter, lasst uns ein Zeichen setzen und den unfreiwilligen Gästen zeigen, dass wir, denen es an fast nichts mangelt, mitfühlen können und dass wir zu dem Unglück, dass diese Leute schon hinter sich haben, nicht noch eines hinzufügen. Lasst uns sie herzlich willkommen heißen und lasst uns versuchen, ihnen mit allem was uns möglich ist, das Leben einfacher und freundlicher zu gestalten und ihnen Frieden, Freundschaft und Hoffnung geben!

Helena Peltonen

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© Lokstedt-online 25.08.2013