Brise Studie

Studie

Selbstheilungskräfte gegen Hitzewallungen

Für eine wissenschaftliche Studie sucht das Institut und die Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) gesunde Teilnehmerinnen, die in ihren Wechseljahren unter Hitzewallungen leiden. Erforscht werden soll, wie eine ganzheitliche Behandlung während der Wechseljahre die körpereigenen Selbstheilungskräfte unterstützen und so Hitzewallungen verringern kann.

Außergewöhnlich an dieser Studie: Es handelt sich um eine offene Placebo-Behandlung. Anders als bei einer herkömmlichen Placebo-Gabe, die mit einer Täuschung oder Ungewissheit einhergeht, werden die Patienten bei einer offenen Gabe explizit darüber aufgeklärt, dass es sich um Placebos handelt und dass diese wirkstofffrei sind. Das heißt alle Teilnehmerinnen wissen, dass die Tabletten, die sie einnehmen, keinen Wirkstoff enthalten.

Ein mögliches Argument für die Wirksamkeit der OLP-Behandlung: Anders als bei der üblichen Placebo-Behandlung korrumpiert diese Behandlungsform nicht das Vertrauensverhältnis zwischen Behandler und Patient.
Und auch bezüglich der Kontrollgruppe - die bei klinischen Studien als Vergleich notwenig ist - geht man in dieser Studie ungewöhnliche Wege.
Da die Studienteilnehmer in der OLP-Gruppe mit Placebo behandelt werden - und sie dies auch wissen - bleiben die Teilnehmer der Kontrollgruppe konsequenterweise unbehandelt.

OLP - kann das funktionieren?

In den letzten Jahren haben Studien zu OLP zeigen können, dass das Auftreten des Placebo Effekts nicht notwendigerweise an eine Täuschung gekoppelt sein muss. Die wenigen randomisiert-kontrollierten Studien, die bisher in diesem Feld durchgeführt worden sind, berichteten eine Überlegenheit einer OLP Behandlung gegenüber einer nicht behandelten Kontrollgruppe in der Reduktion von Symptomatik beim Reizdarmsyndrom, ADHS, chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich, allergischer Rhinitis und kürzlich bei krebsbedingter Fatigue (chronische Müdigkeit).

Behandlungsmöglichkeiten bei Hitzewallungen
Aktuell empfehlen die Behandlungsleitlinien bei Hitzewallungen eine Hormonersatztherapie. Aufgrund von individuellen Risikofaktoren kann jedoch nicht jede betroffene Frau diese Behandlung in Anspruch nehmen. Die Erforschung der Wirksamkeit von Placebos könnte perspektivisch neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen.

Ablauf der Studie

Alle Studienteilnehmerinnen erhalten zunächst eine sorgfältige Diagnostik ihrer Hitzewallungen sowie möglicher begleitender Beschwerden. Anschließend wird je die Hälfte der Teilnehmerinnen per Zufall einer Behandlungs- und einer Kontrollgruppe zugeteilt. Die Behandlungsgruppe nimmt täglich zwei wirkstofffreie Placebo-Tabletten über vier Wochen ein. Die Kontrollgruppe nimmt keine Tabletten ein. Beide Gruppen führen ein Tagebuch ihrer Hitzewallungen und erhalten regelmäßige Termine mit dem Behandlungsteam. Der gesamte Studienzeitraum beträgt fünf beziehungsweise neun Wochen, je nach Gruppenzugehörigkeit. Die Studienteilnehmerinnen erhalten eine Aufwandsentschädigung.
Interessierte Frauen können sich beim Studienteam unter (040) 7410-52070, brise-studie@uke.de oder www.brise-studie.de informieren und anmelden.
Die Studie wird in Kooperation mit der Harvard Medical School durchgeführt.

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© Lokstedt-online 28.06.2019, Pressemeldung Institut und die Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE)